Die Freisprechung ist für Auszubildende im Handwerk schon seit Jahrhunderten ein wichtiger Moment in ihrem jungen Berufsleben. Mit Bestehen ihrer Abschlussprüfungen werden sie nämlich offiziell von ihren Ausbildungsverpflichtungen freigesprochen. Auf dieses Ziel haben die frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen mehrere Jahre hingearbeitet.
Mit einem Festakt in der Stadthalle
Gersthofen entließ die Kfz-Innung Schwaben am 21. März 2026 rund 160 Kfz-Mechatronikerinnen
und -Mechatroniker ins Berufsleben. In Reden und Grußworten wurden Handwerk und die Zukunft der Mobilität in leuchtenden Farben gemalt: 
Zum Auftakt zog Obermeister Alois Huber in seiner Eröffnungsrede Vergleiche zum Fußball, um zu verdeutlichen was dieser erste Berufsabschluss ausmacht. „Mit dem Wechsel in den Stand eines Facharbeiters haben Sie sich nun für die Profiliga qualifiziert“, führte Huber aus. Um aber dort die 1. Bundesliga zu erreichen, seien regelmäßige Besuche im Trainingslager (=Innung und Bildungszentrum) nötig. Mit Abschlüssen als Meister, Geprüftem Berufsspezialisten oder TBA komme man weiter.
Sein Fazit: Mit Ihrer Qualifikation stehen Sie auf der Seite der Könner!

Im anschließenden Grußwort – heuer zum letzten Mal - griff Gersthofens Erster Bürgermeister Michael Wörle das Thema „Menschen und KI“ auf. „Die Mobilität der Zukunft wird von Menschen gestaltet, die ihr Handwerk verstehen“, begann er. KI könne zwar viel, aber kein Handwerk – und das sei der große Vorteil für die vielen neuen Gesellen. Deren Frische in Kombination mit der Erfahrung der Meister mache den Beruf aus, gratulierte Wörle.
“Bleiben Sie neugierig und mutig”
Die Festrede hielt Sylvia Gerl,
Schulleiterin der BFC - Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kfz-Gewerbe
in Northeim. Auch sie betont den Wert des lebenslangen Lernens und der
Weiterbildung, um in die 1. Bundesliga aufzusteigen. „Mit dem Gesellenbrief haben
Sie nun die Früchte Ihrer langen Arbeit geerntet und haben alle
Voraussetzungen, um Ihren Job gut zu machen“ gratulierte Sie den frisch
gebackenen Gesellen. Aber: Weiterbildung ist nötig, denn sie schützt vor Arbeitslosigkeit – und wo
kann man die machen? „Immer da, wo Sie schon waren – in der Kfz-Innung
Schwaben!" Ihr Fazit: „Wer die Welt bewegen will, muss Motor sein. Die Lernerei
nervt manchmal, aber man muss dran bleiben, wenn man weiterkommen will!“
Freisprechung und Innungssieger

Nachdem die Zukunft der Kfz-Branche in leuchtenden Farben gemalt wurde, stand der Höhepunkt der Veranstaltung auf dem Programm: die Freisprechung. Ein berührender Moment, wenn Obermeister Alois Huber alle "Noch-Azubis" bittet, sich zu erheben. Feierlich sprach er die Junghandwerkerinnen und Junghandwerker von ihren Ausbildungsverpflichtungen frei. Die erfolgreichen Absolventen des aktuellen Jahrgangs genossen den Applaus aller Gäste und nahmen anschließend unter den stolzen Blicken zahlreicher Freunde und Familienmitglieder ihre Gesellenbriefe in Empfang.
Als Innungssieger wurde
anschließend Tobias Kögler geehrt, der seine Ausbildung beim Autoservice
Grundner, e.K. in Rettenberg absolviert
hat. Sein Plan: Er macht als nächstes seinen Meister in der Kfz-Innung Schwaben
mit dem Ziel, in seinem Heimatort einen eigenen Betrieb zu eröffnen. Wir wünschen viel Erfolg!
Moderator Ekkehard Schmölz führte gewohnt souverän durch die Veranstaltung, die von der Big Band des Augsburger Maria-Ward-Gymnasiums mitreißend untermalt wurde.